Posted by: Simon | June 27, 2009

Operational Theatres Part I

Ich bin mal wieder an einem oeffentlichen Computer, daher muesst ihr euch an ue, oe und ae gewoehnen, jedenfalls in diesem Blogeintrag.

Fuer drei Wochen habe ich einen Job im Krankenhaus. Keine Angst, ich nehme keine Operationen vor, auch wenn mir das sicherlich Spass machen wuerde, aber immerhin arbeite ich in der Abteilung wo die Operationen stattfinden. Einen Raum weiter werden fuenfstuendige Herzoperationen durchgefuehrt, die sogenannten CABGs, liebevoll auch Cabagge genannt – der Kohl . CABG steht fuer “Coronary Artery Bypass Graft Surgery”, eine Operation bei der eine Arterie oder Vene mit einem Bypass ueberbrueckt wird, wenn bei einer koronaren Herzkrankheit ein Gefaess verengt oder verschlossen ist.

Ich sitze also in einem kleinen Buero zwischen den acht Operationssaelen, die sich in einem der groessten Krankenhaeuser des Landes befinden, und beschaeftige mich mit den Operationspapieren. Fast 400 Betten hat das Krankenhaus, mehr als 3.000 Menschen arbeiten dort. Mein Job ist, die Dokumente, die nach der OP in der sogenannten PACU-Unit abzuholen sind, ins Computersystem einzupflegen. Die PACU ist sowas wie bei uns der Aufwachraum nach der Anaesthesie. Auf diesen Formular sind zum Beispiel die Chirurgen, Krankenschwestern und Anaesthesisten eingetragen, oder auch die Anfangs- und Endzeit der OP. Der zeitaufwendigste Teil meiner Arbeit ist jedoch, die kurze Beschreibung des operierenden Arztes einer der ueber 1.000 Kategorien zuzuordnen. Viel Ahnung habe ich ja nicht, was eine Hysterectomy oder eine Laparotomy ist. Aber ich habe einen dicken Katalog und natuerlich das Internet um herauszufinden, zu welcher Kategorie von Operation die Beschreibung am ehesten passt. Das beste daran ist natuerlich, dass ich innerhalb kuerzester Zeit sehr viel dazu lerne. Einfacher als im Deutschen ist auch, dass im Englischen nur die Lateinischen Begriffe verwendet werden. Was bei uns als Hauptschlagader bezeichnet wird, ist hier einfach nur als Aorta bekannt. Bei uns sagt man Kehlkopf, im Englischen kennt jeder dieses Ding im Hals als Larynx, die Entfernung dessen ist daher die Laryngectomy, zum Beispiel bei Kehlkopfkrebs.

Der Job macht schon echt Spass und die Bezahlung ist mir 15 Dollar pro Stunde auch echt okay. Krankenhaeuser finde ich alles andere als abschreckend, ganz im Gegenteil, ich wuerde alles dafuer geben, mal bei einer Operation zuzuschauen. Leider kann ich beim Rumlaufen immer nur kurz in die Operationssaele hinein sehen.

Ich moechte euch daran erinnern, dass bei flickr derzeit viele Fotos hochgeladen werden. Schaut also mal rein. Auf facebook und StudiVZ sind Bilder von unserem Weihnachtsfest in der Elm Lodge.

Ich wuensche ein schoenes Wochenende.


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